Nacht des Wissens 2017

Mit über 1.000 Besucherinnen und Besuchern zur diesjährigen Nacht des Wissens verzeichnete die Akademie der Polizei Hamburg ein gutes Ergebnis auf dem Level von 2015.

1 / 1

Nacht des Wissens 2017

Bereits zum vierten Mal nahm die Akademie als zentrale Bildungseinrichtung der Polizei Hamburg an der Wissensnacht teil. Im Polizeiausbildungszentrum am Alsterdorfer Braamkamp erwartete die Gäste ein vielfältiges und spannendes Vortragsprogramm.

Die aktuelle Thematik „Hate-Crime - Hass und Gewalt: Zur Karriere destruktiver Gefühle“ beleuchtete der Polizeiwissenschaftler und Kriminologe Prof. Dr. Rafael Behr. In seinem Vortrag stellte Professor Behr, der auch die Forschungsstelle Kultur und Sicherheit am Fachhochschulbereich der Akademie leitet, Strategien vor, um Exklusion und Hass entgegenzuwirken.

„Ziemlich cool, fachlich interessant und zugleich humoristisch verpackt“, lauteten einige der Reaktionen auf die Vorlesung von Kriminalistik-Professor Thomas Gundlach. „Gestehen Sie! -  Polizeiliche Vernehmung zwischen ‚Tatort‘ und Wirklichkeit“, war der Titel seines Vortrages, in dem Prof. Gundlach unter anderem die Vernehmungspyramide auf den Kopf stellte und die Wichtigkeit betonte, Unschuldige in den Ermittlungen frühzeitig als Täter auszuschließen.

Der Strafrechtler Prof. Dr. Sascha Süße behandelte in seiner Präsentation „Korruption, Diebstahl, Untreue: Straftaten im Unternehmen – wer sind die Täter, wie gehen sie vor?“ Wirtschaftsstrafthemen, die er auch durch bekannte Fälle illustrierte. Die Folgen von Korruption könnten sehr ernst sein, wenn beispielsweise im Bauwesen oder bei technischen Produkten schlechtere Qualität abgeliefert würde. Über 90% der Wirtschaftsstraftäter sind übrigens Männer. Häufig fliegen sie durch Hinweise von aufmerksamen Kollegen, aber auch mal Ex-Geliebten auf.

Über „Innovative Formen polizeilicher Arbeit mit Migranten“ und das Hamburger Flüchtlingsprojekt berichtete der Ethnologe Dr. Wulf-Dietrich Köpke aus seiner Arbeit als Leiter des Institutes für Transkulturelle Kompetenz.  Mit Blick auf die Geflüchteten sagte er, diese fühlten sich häufig mit den vielen Ge- und Verboten in Deutschland allein gelassen. „Das Wichtigste ist zuerst einmal, dass man ihnen zuhört.“ Ziel sei, die Bedeutung von Normen und Prinzipien den Migranten gegenüber konkreter zu machen.

Insgesamt waren die Veranstalter sehr zufrieden, hat sich doch die Akademie als teilnehmende Einrichtung in der Hamburger Wissensnacht voll etabliert und wird sicherlich beim nächsten Mal wieder dabei sein, um ihre Themen einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.