5. FORSI-Sicherheitstagung „Schutz Kritischer Infrastrukturen“
Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS)
am Beispiel des Sektors Verkehr (Schifffahrt, Schienenverkehr, Luftfahrt)
– 5. FORSI-Sicherheitstagung 2025 –
Am 23. September 2025 fand die 5. FORSI-Sicherheitstagung im Großen Sitzungssaal des Polizeipräsidiums Hamburg statt. Thema der Veranstaltung war der „Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) am Beispiel des Sektors Verkehr (Schifffahrt, Schienenverkehr, Luftfahrt)“. Die Veranstaltung wurde von der Hochschule der Akademie der Polizei Hamburg, Forschungsinstitut für Unternehmenssicherheit und Sicherheitswirtschaft (FORSI), in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg durchgeführt.
Zum Anlass der Tagung: Betrachtet man einzelne ausgewählte Bereiche des KRITIS-Sektors Verkehr, so kam es zu Sabotageakten im Bereich Schifffahrt in Häfen und im Bereich der maritimen Infrastrukturen zur Zerstörung von Unterseekabeln in der Ostsee. Im Bereich Schienenverkehr gab es Angriffe auf das Schienennetz der Deutschen Bahn und im Bereich Luftfahrt Aktionen sog. „Klimakleber“ an verschiedenen Flughäfen bis hin zu Cyberattacken. KRITIS-Unternehmen bzw. die Wirtschaft müssen hier Vorsorge und Schutz, aber auch Schadensbewältigung betreiben (Resilienzmaßnahmen). Der Staat bzw. die staatlichen Akteure wiederum nehmen staatliche Präventions- und/oder Schadensbewältigungsaufgaben wahr. Die 5. FORSI-Sicherheitstagung befasste sich mit Blick auf die Bereiche Schifffahrt einschließlich maritimer Infrastrukturen, Schienenverkehr und Luftfahrt mit den praktischen Herausforderungen und mit dem Rechtsrahmen.
Die Grußworte der Tagung hielten Mirko Streiber, Polizeivizepräsident Hamburg, und Christian Graf, Chefjustitiar Handelskammer Hamburg, ebenso wie Prof. Dr. Sven Eisenmenger, Leiter des FORSI.
Dr. Daniela Lesmeister, Staatssekretärin im Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen, befasste sich sodann mit KRITIS im Spannungsfeld von Wirtschaft, Behörden und Politik. Matthias Max, Senior Manager, Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, schloss sich mit seinem Vortrag zu dem Thema „KRITIS-Betreiber und ihre Vorbereitung auf neue regulatorische Anforderungen“ an. Er stellte die Ergebnisse der Benchmarkstudie Business Continuity Management 2024/2025 vor.
Nach einer Diskussion unter der Leitung von Christian Graf stand der KRITIS-Bereich „Schifffahrt und Maritime Infrastrukturen“ im Vordergrund, dort zunächst der Hafen. Einen Vortrag zur Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft (HHLA) hielt Martin Töpel, Port Facility Security Officer (PFSO), HHLA. Polizeidirektor Michael Lootz, Wasserschutzpolizei Hamburg, stellte die Aufgaben und Sichtweise der Wasserschutzpolizei Hamburg vor. Es schloss sich der Vortrag zur Hamburg Port Authority (HPA) von Markus Horschig, Leiter KRITIS, HPA, an. Im Bereich Maritime Infrastrukturen beleuchtete Kai Paulssen, Leitung Referat G41, Steuerung Infrastruktursicherheit, Expertengremium, Bundesministerium für Verkehr, schließlich die Zusammenarbeit eines Sicherheitsnetzwerks aus zivilen Akteuren und Sicherheitsbehörden am Beispiel des Schutzes maritimer Kritischer Infrastrukturen.
Nach der Diskussion unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Olschok, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, folgte der Fokus auf den KRITIS-Bereich Schienenverkehr. Die Sichtweise der Deutschen Bahn AG trug Dr. Patrick Hennies vor, Leiter Konzernsicherheit/Chief Security Officer, Deutsche Bahn AG. Die Perspektive der Bundespolizei erläuterte Polizeidirektorin Sandra Schlünzen, Referat 23, Bundespolizeipräsidium. Es folgte eine Diskussion.
Bezogen auf den KRITIS-Bereich Luftfahrt lag der Schwerpunkt zunächst auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Hierzu hielt Katharina Gunkel, Senior Project Manager Security & RFFS Compliance, Fraport AG, den entsprechenden Vortrag. Die Sichtweise der Bundespolizei trug Polizeioberrätin Nina Herold, Referat 24, Bundespolizeipräsidium, vor. Nach der Diskussion hielt Prof. Dr. Sven Eisenmenger das Schlusswort.
Das Fazit der Tagung:
Im Bereich „Schutz von KRITIS“ gibt es keinen Stillstand mehr in Deutschland, vielmehr lässt sich ein Aufbruch feststellen. Vor allem aber müssen alle Akteure den Weg der Vernetzung mit Blick auf Behörden und Wirtschaft sowie im Recht weitergehen. Das FORSI befasst sich in seinem Forschungsbereich auch zukünftig schwerpunktmäßig mit dem Bereich KRITIS und wird an dem Thema durch weitere Veranstaltungen und Publikationen intensiv arbeiten.