Forschungsprojekt „Demokratiebezogene Einstellungen und Werthaltungen innerhalb der Polizei Hamburg“ (DeWePol)

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Forschungsprojekt „Demokratiebezogene Einstellungen und Werthaltungen innerhalb der Polizei Hamburg“ (DeWePol)

Pressemitteilung zum Projekt vom 11.01.2021

Wer & Warum?

Die Fachhochschule in der Akademie der Polizei Hamburg beginnt aktuell, unter der Leitung von Prof. Dr. Eva Groß, Prof. Dr. Ulrike Zähringer, Prof. Dr. Stefanie Kemme, Prof. Dr. Julia Clasen und Dipl.-Soz. Anabel Taefi ein Forschungsprojekt zu demokratiebezogenen Einstellungen, Werthaltungen und Risikokonstellationen in der Polizei Hamburg durchzuführen. Anlass hierfür waren nicht erst die Ausschreitungen im Zuge der „Black Lives Matter“-Bewegung, welche die aktuelle öffentliche Debatte zur Notwendigkeit der Erforschung von demokratiebezogenen Einstellungen (und den damit eng verknüpften Themen „Rassismus“ und „Racial Profiling“) in der Polizei auch in Deutschland auslöste. Das Forschungsprojekt in Hamburg wurde vielmehr bereits im März 2019 angestoßen und theoretisch vorbereitet. Es fußt auf empirischen Vorarbeiten zum „Police Officers‘ Dilemma“ und zu „Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, dem genuinen Forschungsinteresse der wissenschaftlichen Leitungsgruppe sowie dem Bestreben der Polizei Hamburg, sich dem Thema durch eine derartige Untersuchung aus und in den eigenen Reihen proaktiv zu widmen, was u.a. zu wichtigen Erkenntnissen für die Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung der Hamburger Polizei und des Studiums an der Fachhochschule in der Akademie der Polizei Hamburg führen soll.

 

Kooperationspartner

Polizeiakademie Niedersachsen (Oldenburg), Kriminalwissenschaften/Kriminologie:

Prof. PA Dr. Joachim Häfele

 

Assoziierte Kooperationspartner des Projekts sind

Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer (ehemaliger Leiter des das Instituts für interdisziplinäre Konflikt und Gewaltforschung (IKG), Universität Bielefeld)

Prof. Dr. Sighard Neckel (Soziologie, Universität Hamburg)

Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.

Dr. Marleen Stelter (Sozialpsychologie, Universität Hamburg)

Dipl.-Psych. Iniobong Essien (Sozialpsychologie, Universität Hamburg)

Maximilian Haendschke (Ruhr-Universität Bochum)

 

Was?

Ziel des Forschungsprojekts ist es, aktuelle und empirisch belastbare Erkenntnisse zu Art und Entwicklung von demokratiebezogenen Einstellungen und Werten sowie ihren Schutz- und Risikofaktoren bei Auszubildenden, Studierenden und Beamten/innen der Polizei Hamburg zu erhalten. Insbesondere der Einfluss von polizeispezifischen Praxiserfahrungen (durch die praktischen Ausbildungs-/Studienzeiten sowie die Erfahrungen nach Ausbildungs-/Studienabschluss) soll hierbei Berücksichtigung finden.

 

Wie?

Im Laufe des Projekts werden sowohl schriftliche Befragungen als auch Interviews und Gruppendiskussionen mit Beamtinnen und Beamten erfolgen, um Einsichten aus unterschiedlichen Blickwinkeln gewinnen zu können. Für 2021 ist zunächst eine breit angelegte quantitative Fragebogenerhebung geplant, die bis Ende 2023 längsschnittlich wiederholt wird, um nicht nur eine aktuelle Bestandsaufnahme, sondern auch Entwicklungen über die (Ausbildungs-)Zeit abbilden zu können. Hierbei wird durch die Verwendung etablierter Befragungsskalen auch eine Vergleichbarkeit mit vorliegenden Daten aus der Durchschnittsbevölkerung sichergestellt. Daneben wird ein qualitativ kontrastierendes Design angestrebt, wodurch spezifische Kontexte und Rollen in der polizeilichen Arbeit verglichen werden können. Ein Fokus liegt hier auch auf der Führungsperspektive. Insgesamt wird besonderer Wert auf die Abbildung der Spezifika des Polizeiberufs gelegt, um den speziellen Anforderungen des Berufs (z.B. hinsichtlich Stress und Belastung) Rechnung zu tragen.

 

Aktueller Stand der Arbeit

Zur Planung und Durchführung der Studie werden derzeit Gespräche mit dem Personalrat der Polizei Hamburg sowie mit den drei polizeilichen Gewerkschaften geführt. Eine Information zur Studie wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Polizei HH ab Ende September 2020 im Intranet bereitgestellt. Die Forscherinnen nehmen in aktiver Rolle am Symposium "Mit Sicherheit für die Demokratie - Strategien gegen Radikalisierung" am 28./29. September 2020 in Hamburg teil. Bezüglich der inhaltlichen Arbeitsschritte befindet sich das Team momentan in der Erstellung eines ersten Fragebogenentwurfs für die schriftliche Befragung.