40 Jahre Polizeistudium

Ein Rückblick von Prof. Dr. Reimer Eggers

40 Jahre Polizeistudium

Anlässlich der Verleihung des Grades Bachelor of Arts Ende September 2018 war auch der ehemalige Dekan der Hochschule der Polizei Hamburg, Herr Prof. Dr. Eggers, als Redner zu Gast bei der Veranstaltung. Diese fand im Polizeiausbildungszentrum am Braamkamp in Hamburg-Alsterdorf statt.

Vortrag Prof. Eggers

Prof. Dr. Eggers hielt einen Rückblick auf 40 Jahre Polizeistudium in Hamburg und wagte hinsichtlich der Forschungsaktivität der Akademie der Polizei einen vorsichtigen Blick nach vorn.

Vortrag Prof. Dr. Eggers:

"Um die Gründung verwaltungsinterner Fachhochschulen nachzuvollziehen, muss man noch ein paar Jahre weiter zurückblicken. In einem Abkommen der Bundesländer wurde 1968 die Einführung eines neuen, eigenständigen Hochschultyps beschlossen. Damit sollten Institutionen im tertiären Bildungssektor geschaffen werden, die Studierende auf wissenschaftlicher Grundlage praxisorientiert ausbilden und zu selbständiger Tätigkeit im späteren Beruf befähigen sollten. Den Unterschied zu Universitäten bildeten der herausgehobene Anwendungsbezug und kürzere Studienzeiten. Anzumerken ist auch, dass man dadurch den Anschluss an andere Nationen innerhalb der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft sicherstellen wollte. So wurden dann die bisherigen Ingenieurschulen, Fachschulen für Sozialpädagogik u. a. in Fachhochschulen überführt.

Diese Neugründungen und die Bildungsoffensive in den 1970er Jahren hatten  auch Auswirkungen auf den öffentlichen Dienst. Zwischen 1973 und 1979 wurden in den Bundesländern und beim Bund verwaltungsinterne Fachhochschulen eingerichtet.

Diese sollten den Beamtennachwuchs auf den gehobenen Dienst vorbereiten. Entsprechend wurde das Beamtenrechtsrahmengesetz geändert, indem der Passus eingefügt wurde, dass die Ausbildung für die Laufbahnen des gehobenen Dienstes in einem dreijährigen Studiengang an einer Fachhochschule oder einem gleichstehenden Studiengang durchzuführen ist. So wollte man den gestiegenen qualitativen Anforderungen, insbesondere der zunehmenden Komplexität der Aufgaben im gehobenen Dienst gerecht werden. Man versprach sich davon aber auch eine Aufwertung des Berufsbildes mit dem Ziel, als Arbeitgeber konkurrenzfähig zu bleiben. Es gab noch einen Grund: Die Absolventen der noch jungen allgemeinen Fachhochschulen wie Ingenieure oder Sozialpädagogen wurden auf Basis ihres Fachhochschuldiploms bei Übernahme in den öffentlichen Dienst dem gehobenen Dienst zugeordnet. Für den eigenen Beamtennachwuchs sollte kein Nachteil im Sinne einer geringeren Qualifikation entstehen, insofern spielte hier auch ein Angleichungsgedanke eine Rolle.

Der Weg eigener, verwaltungsinterner Fachhochschulen wurde beschritten, weil wegen der verfassungsrechtlichen Sonderstellung der Beamtinnen und Beamten Bedenken gegen eine Auslagerung der bisherigen Verwaltungsausbildung an die allgemeinen, weisungsfreien Fachhochschulen geäußert wurden. Interessanterweise wurde die Errichtung interner Fachhochschulen aber trotzdem als Übergangsstadium gesehen, das auf längere Sicht überwunden werden sollte. Bis auf Ausnahmen, vor allem für die allgemeine Verwaltung, ist dies bisher aber nicht umgesetzt worden.