Projektwoche “Strafvollzug und Haftanstalten in Hamburg“ Februar 2026
Die Teilnehmenden der Projektwoche Strafvollzug in Hamburg, geleitet von Prof. Dr. Kristin Pfeffer und Luise von Rodbertus, erwartete in diesem Jahr ein spannendes Programm.
Schwerpunkt der Projektwoche war der Besuch von Hamburgischen Haftanstalten:
Zunächst besuchten die Studierenden eine der ältesten und bekanntesten Strafvollzugsanstalten in Hamburg, die JVA Fuhlsbüttel (im Volksmund auch „Santa Fu“ genannt), eine Anstalt des geschlossenen Vollzugs mit 384 Haftplätzen für männliche Strafgefangene mit längeren Freiheitsstrafen und für Sicherungsverwahrte.
Von den täglichen Herausforderungen der Justizvollzugsbediensteten erfuhren die Studierenden ebenso wie von der bauplanerischen Weiterentwicklung dieser ca. 150 Jahre alten – z.T. unter Denkmalschutz stehenden – Strafvollzugsanstalt in der Mitte einer Großstadt. Die Haftgebäude wurden in sog. panoptischer Bauweise errichtet, d.h. die Beobachtung der Inhaftierten wird von einem zentralen Punkt ermöglicht (der Zentrale der sternförmig angeordneten Zellentrakte).
Am folgenden Tag stand ein Besuch der bereits ca. 150 Jahre alten, ebenfalls denkmalgeschützten Untersuchungshaftanstalt Hamburg (UHA) im Stadtzentrum auf dem Programm.
Die Anstalt ist mit zirka 500 Haftplätzen vorrangig für den Vollzug von Untersuchungs- und Polizeihaft sowie für die Durchführung von Gerichtsvorführungen zuständig und enthält das Hamburger Vollzugskrankenhaus (Zentralkrankenhaus) mit 47 Betten. 10.000 Personen werden hier jährlich aufgenommen.
Neben den Aufgaben einer Untersuchungshaftanstalt übernimmt die Anstalt im Rahmen der Amtshilfe auch zahlreiche Aufgaben für andere Anstalten und Behörden der Stadt, z.B. für den Maßregelvollzug oder für die Polizei (Präventivhaft, vorläufige Festnahme usw.).
Eine bauliche Besonderheit der UHA Hamburg sind deren direkte unterirdische Verbindungsgänge zum benachbarten Strafjustizgebäude. Die Gefangenen können so direkt in die Verhandlungsräume gebracht werden, ohne die Nutzung öffentlicher Wege.
Dies erhöht die Sicherheit und spart Strafvollzugspersonal.
Die jeweiligen Anstaltsleitungen und Strafvollzugsbediensteten gewährten viele spannende und prägende Einblicke, von denen die Studierenden in ihrem künftigen Berufsleben in der Polizei Hamburg ganz sicher noch profitieren werden.