Akademie der Polizei Hamburg

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Reisebericht der 2304K1 zur Studienfahrt nach Den Haag

Vom 2. bis 6. Juni 2025 unternahm unsere Studiengruppe der 2304K1 eine spannende und vielseitige Exkursion nach Den Haag. Den Haag ist international bekannt als Zentrum des Völkerrechts und Sitz vieler wichtiger internationaler Organisationen, insbesondere im Bereich Recht, Frieden und Justiz, weswegen es den perfekten Reiseort darstellte, um dem Modulziel gerecht zu werden. Das dreitägige Programm vor Ort bot uns sowohl fachliche Einblicke in verschiedene Institutionen als auch ausreichend Zeit, um die Stadt und das Leben in den Haag kennenzulernen.


Montag: Tag der Anreise 

Der erste Tag begann mit der langen Anreise per Zug. Nach unserer Ankunft im Hotel in Den Haag hatten wir zunächst Zeit, uns einen Überblick zu verschaffen, uns auf die bevorstehenden Programmpunkte vorzubereiten und die ersten Eindrücke der Stadt zu genießen.

© Polizei Hamburg

Dienstag: Auftakt mit forensischer Arbeit und internationaler Strafjustiz 

Den ersten Programmtag begannen wir mit einem Besuch bei der International Commission on Missing Persons (ICMP). Dabei erhielten wir Einblicke in die Arbeit der Organisation, die weltweit zur Aufklärung von Schicksalen vermisster Personen beiträgt. Die ICMP sorgt dafür, dass Personen, die etwa durch Kriege oder Katastrophen als vermisst gelten, mithilfe von forensischer Wissenschaft identifiziert werden, sodass die Angehörigen über den Verbleib ihrer Vermissten erfahren. Bei einer Führung durch die Labore wurde uns erklärt, wie mithilfe moderner Geräten, unter anderem DNA-Analysen, durchgeführt werden. In weiteren Vorträgen wurde uns die enge Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen sowie internationalen Partnern nahegebracht.

Anschließend besuchten wir den International Residual Mechanism for Criminal Tribunals (IRMCT), einer Institution der Vereinten Nationen, die die Arbeit der inzwischen geschlossenen UN-Straftribunale für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda fortsetzt. Der IRMCT stellt sicher, dass auch nach der Auflösung der adhoc-Tribunale weiterhin Strafverfolgung, Berufungsverfahren, Zeugenschutz und Archivierung gewährleistet bleiben. Nach einem Vortrag über Kriminalitätsphänomene durch den Senior Security Inspector erhielten wir die Möglichkeit uns die Räumlichkeiten wie z.B. den Gerichtssaal des Stratribunals anzuschauen.

© Polizei Hamburg

Mittwoch: Polizei, Sicherheit und Symbolik des Völkerrechts 

Am zweiten Tag durften wir Europol besuchen. Bereits das moderne und gut gesicherte Gebäude hinterließ einen überwältigenden Eindruck.

© Polizei Hamburg

Ein Verbindungsbeamter des BKA empfing uns und brachte uns die Rolle Europols für die europäische Sicherheit und Strafverfolgung näher. Themen wie organisierte Kriminalität, Terrorismus und Cyberkriminalität wurden besprochen und wie diese im Rahmen internationaler Zusammenarbeit bekämpft werden sollen. Europol dient dabei als zentrale Plattform für Informationsaustausch, Analyse und operative Unterstützung, um Straftäter über Ländergrenzen hinweg verfolgen zu können. Anschließend wurde uns der halböffentliche Bereich des Gebäudes genauer gezeigt.

© Polizei Hamburg

Am Nachmittag ging es weiter zum mutmaßlich meistfotografierten Gebäude der Stadt: dem Friedenspalast. Der Friedenspalast beherbergt unter anderem eine Bibliothek für internationales Recht, den ständigen Schiedshof sowie den internationalen Gerichtshof. Eine Besichtigung des Friedenspalasts selbst war leider nicht möglich. Stattdessen besuchten wir die daneben liegende Ausstellung inklusive Audioführung.

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Donnerstag: Gerichtsbarkeit im Kontext internationaler Politik

Am dritten Tag stand zunächst ein Besuch im Kosovo Specialist Chamber an. Dabei handelt es sich um ein Sondergericht innerhalb des kosovarischen Justizsystems. Der Auslöser für die Schaffung dieses Gerichts sei ein Bericht des Europarats aus dem Jahr 2011 gewesen, welcher die kosovarischen Gerichte als zu befangen oder nicht unabhängig genug einschätzte. Als Reaktion wurde dieses Sondergericht außerhalb des Kosovo eingerichtet. In einem Vortrag ging es deshalb vor allem um Transparenz, faire Verfahren und die Herausforderungen, wenn Rechtsprechung in politisch sensiblen Zusammenhängen stattfindet. Anschließend konnten wir uns über die Zuschauertribüne einen Überblick über den Gerichtssaal verschaffen. Zum Abschluss des Programms besuchten wir Eurojust, die Agentur der EU für justizielle Zusammenarbeit. Hier erhielten wir einen Überblick über die praktische Koordination grenzüberschreitender Strafverfolgung innerhalb der EU. In einer Präsentation erhielten wir Einblicke in die Arbeit von Eurojust und Informationen darüber, wie Eurojust uns bei unseren zukünftigen Verfahren einen Mehrwert bieten kann.


Freizeit und persönliche Eindrücke 

Neben dem offiziellen Programm blieb auch Raum Den Haag und seine Umgebung besser kennenzulernen. Jeder nutzte die freie Zeit auf eigene Weise. Viele nutzten die Zeit für gemeinsame Spaziergänge durch die Altstadt, ein gemeinsames Baden in der Nordsee in Scheveningen oder auch eine gemeinsame Laufrunde. Diese Mischung aus persönlicher Zeit und inhaltlichen Eindrücken rundete die Fahrt ab und machte sie besonders.

© Polizei Hamburg

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Exkursion in mehrfacher Hinsicht ein voller Erfolg war. Sie bot nicht nur Einblicke in internationale Rechtsstrukturen und regte zum kritischen Nachdenken über globale Zusammenhänge an, sondern schuf auch Raum für wertvolle persönliche Begegnungen und den Zusammenhalt innerhalb unserer Studiengruppe. Ein größeres Dankeschön gebührt Frau Velten und Herrn Koch für die Organisation und Begleitung dieser gelungenen Studienfahrt. Vielen Dank!