Sicherheit von morgen gestalten: „IdeenLab: Sicherheit der Zukunft“
Wie sieht die polizeiliche Arbeit in zehn bis fünfzehn Jahren aus? Welche Bedrohungslagen kommen auf uns zu, und wie können wir ihnen proaktiv begegnen? Um diese drängenden Fragen zu beantworten, kamen am Dienstag, den 25. August 2026, knapp 30 Kolleginnen und Kollegen der Polizei Hamburg zu einem wegweisenden Workshop zusammen Das Ziel: Gemeinsam mit starken Partnern die Sicherheit der Zukunft vordenken.
Auf Einladung der Forschungsstelle KIPP (KI und polizeiliche Praxis) von Prof. Dr. Stefanie Grünewald und in enger Kooperation mit der Cyberagentur versammelten sich Ende August Polizistinnen und Polizisten aus allen Organisationseinheiten und über sämtliche Hierarchieebenen der Polizei Hamburg hinweg. Die Motivation hinter der Veranstaltung ist klar: Um auch in Zukunft handlungsfähig und widerstandsfähig zu bleiben, müssen Bedrohungsszenarien im Zeitfenster von zehn bis fünfzehn Jahren identifiziert und innovative Lösungsbedarfe ermittelt werden.
Gerade für eine Metropole wie Hamburg ist dieser vorausschauende Blick unerlässlich. Ob hybride Bedrohungen, Gefahren im digitalen Raum oder der Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS) – in Hamburg zeichnen sich neue Sicherheitsherausforderungen oft wie unter einem Brennglas ab, bevor sie andernorts sichtbar werden. Ein zukunftsgerichtetes, innovatives und übergreifendes Arbeiten ist für die Polizei Hamburg daher wichtiger denn je.
Mit Design Thinking „vor die Welle“ kommen
Das innovative Format des IdeenLabs brach bewusst mit klassischen Strukturen und setzte auf modernste Kreativitätstechniken. In multidisziplinären Arbeitsgruppen nutzten die Teilnehmenden Methoden wie Brainwriting, Mindmapping und strukturierte Design-Thinking-Prozesse, um:
- Zukünftige technologische Bedrohungslagen systematisch zu identifizieren und zu analysieren,
- innovative und unkonventionelle Lösungsansätze zu entwickeln,
- diese Lösungsansätze zu konkreten, eigenen Lösungskonzepten auszuarbeiten.
Der gegenseitige Austausch und das direkte Feedback innerhalb der Gruppen ermöglichten eine kontinuierliche Verfeinerung der Ansätze. Am Ende des Workshops wurden die entwickelten Konzepte in Kurzformaten präsentiert. In einer anschließenden „Investitionsphase“ waren die Teilnehmenden aufgerufen, die vielversprechendsten Entwürfe gegenseitig zu bewerten und Punkte in diese zu investieren. Neben der intensiven inhaltlichen Arbeit boten die bewusst gesetzten Pausen wertvollen Raum für den organisationsübergreifenden Austausch und Networking.
Zukunftsweisende Konzepte auf dem Weg in die Forschung
Aus dem kreativen Prozess gingen zahlreiche zukunftsträchtige Konzeptideen aus den Reihen der Polizei Hamburg hervor. Vier herausragende Ansätze wurden von den Teilnehmenden und der Cyberagentur als besonders zukunftsrelevant und wertvoll für weitere Forschung ausgewählt. Sie adressieren Kernbereiche zukünftiger Kriminalität, den Schutz digitaler Infrastrukturen und die technologische Souveränität.
Wie geht es nun weiter?
Die entwickelten Konzepte werden nicht in der Schublade verschwinden. Als Katalysator und Projektträger prüft und bewertet die Cyberagentur die Ansätze nun weiter. Überzeugende und umsetzbare Ideen fließen in Forschungsprojekte ein, die anschließend an die polizeilichen Ideengeber zurückgespielt werden – ein echter Gewinn für die Praxis!
Gleichzeitig bildete der Workshop den Auftakt zur Ausweitung und Vertiefung des abteilungsübergreifenden Austausches innerhalb der Polizei Hamburg. Hierdurch kann der kontinuierliche Austausch weitergeführt werden, wertvolle Synergien gehoben und wichtige Erkenntnisse für den täglichen Einsatz geteilt werden.
Zudem stärkt das IdeenLab nachhaltig die Arbeit der Forschungsstelle KIPP, für die sich spannende neue Forschungsansätze und eine vertiefte Vernetzung ergeben. So wird der Forschungsauftrag im Sinne der Polizei Hamburg konsequent weiter ausgebaut: Forschung für die Praxis.
Fazit: Gemeinsam stärker für die Zukunft
Der Workshop hat gezeigt, wie wertvoll der hierarchie- und abteilungsübergreifende Austausch ist, um Bedarfe und Entwicklungen gemeinsam zu analysieren. Für die gesamte Polizei Hamburg als Bedarfsträger konnten zukunftsgerichtete Ansätze herausgearbeitet werden, bei denen sich der Blick ganz bewusst von aktuellen auf die sich abzeichnenden Herausforderungen der Zukunft richten durfte. Denn das Motto für die Sicherheit von morgen lautet mehr denn je: Wer vor die Welle kommen möchte, muss vor der Welle denken!