Studienfahrt nach Straßburg

Unter Leitung der Europarechtsexpertin Prof. Dr. Kristin Pfeffer sowie des Rechtsprofessors Prof. Dr. Jan Sorth besuchten die Bachelor-Studierenden des Jahrgangs 2012 (Aufstiegsbeamte der Schutzpolizei) vom 13.-14. März 2014 Europäische Institutionen und die Universität in Straßburg.

Studienfahrt der Akademie der Polizei, Hamburg.de

Französisches Polizeirecht an der Universität von Straßburg

Schließlich erhielten die Absolventen die seltene Gelegenheit, eine für sie eigens initiierte Vorlesung im französischen Strafprozessrecht an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Straßburg zu verfolgen.

Eine der wenigen deutschsprachigen französischen Rechtsprofessoren mit Kenntnissen auch im deutschen Strafprozessrecht, Frau Prof. Dr. Leblois-Happe, erläuterte in einem spannenden Vortrag den Aufbau der französischen Polizei, die Abgrenzung von staatsanwaltlichen und überpolizeilichen Ermittlungen, die Rolle des französischen Untersuchungsrichters sowie Grundzüge des französischen Strafprozessrechts. Das französische Strafprozessrecht hatte wegen verschiedener Verurteilungen Frankreichs durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einige Anpassungen erfahren. Die Studierenden erfuhren hierdurch, dass der Gerichtshof so auch zu einer Harmonisierung des Strafprozessrechts der Mitgliedstaaten beiträgt.

Mit französischen Masterstudierenden und Frau Prof. Dr. Leblois-Happe diskutierten die Aufstiegsbeamten die jeweilige Rechtsordnung: Für Frankreich wohl einmalig, waren diese Straßburger Studierenden auch im deutschen Strafprozessrecht ausgebildet.

Die hamburgischen Aufstiegsbeamten erfuhren, dass jährlich häufig nur ein Absolvent der französischen Masterklasse in Straßburg nach einem aufwendigen Concours (Auswahlverfahren) überhaupt eine Stelle in der französischen Polizei erhält.

Dass Frankreich nach Darstellung der französischen Professorin gar kein systematisches polizeiliches Gefahrenabwehrrecht (vergleichbar mit dem Polizeirecht der deutschen Länderpolizei) kennt, war für die Absolventen überraschend.     

Perspektivisch ist geplant, auf Basis der neu entstandenen Kontakte Gegenbesuche bzw. weitere Austausche durchzuführen, um so auch nachhaltige, d.h. über die unmittelbare Studienfahrt hinausreichende Effekte für die Akademie der Polizei zu erzielen.

Diese für alle Beteiligten aus Studium und Lehre erkenntnisreiche Reise wurde dank Unterstützung des International Office der Akademie der Polizei auch mit Mitteln aus dem PROMOS-Programm des DAAD ermöglicht.

Prof. Dr. Kristin Pfeffer, Fachhochschulbereich der Akademie der Polizei